Container-Terminal auf kleinstem Raum

Inspiration zum Selbstbau

Nächste Woche beginnt sie, die INTERMODELLBAU. Viele Modelleisenbahner werden in den Hallen wieder Anregungen und Ideen für eine Modellbahnanlage daheim bekommen, sie dann aber wegen Platzmangels wieder verwerfen; leider ist nicht jeder mit einem extra Modellbahnzimmer ausgestattet. Aber bekanntlich ist Raum in der kleinsten Hütte und sei es nur für den vorübergehenden Spielbetrieb mit einigen wenigen Fahrzeugen aus der in Schränken oder Vitrinen schlummernden Sammlung.

So möchte ich heute hier einen Bauvorschlag zeigen, der einmal nicht mit modernstem Gleismaterial sondern mit alten Märklin Metallgleisen umgesetzt wurde. Viele Modellbahner haben oft noch altes Gleismaterial in Kisten schlummern und es wäre zur Messe vielleicht einmal an der Zeit, dieses Material zu reaktivieren. Der Bauvorschlag ist ein angedeutetes Containerterminal mit einer Wendeschleife , die die weite Welt darstellen könnte.

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Beginnen wir mit der Erstellung des Unterbaus. Der eigentliche Containerbahnhof entsteht auf einer Fläche von nur zwei Metern Länge und 40 zentimetern Breite, also ein etwas größeres Regalbrett. Auf einem Rahmen aus gehobelten Dachlatten, den wir uns in entsprechender Größe anfertigen, wird eine Sperrholzplatte von 15 Millimetern Stärke verschraubt und/oder verleimt. Anschließend erstellen wir auf gleiche Weise Wendeschleife mit Ausweichstelle und Ausziehgleis. Deren Größe ist, um auch den Parallelkreis nutzen zu können, mindestens einen Meter breit und etwa 130 Zentimeter lang. Die Maße sind natürlich durch die eigenen vier Wände vorgegeben. Ist alles soweit verschraubt, können wir den Untergrund mit Farbe in neutralem Grau versehen. Der umlaufende Rahmen wurde schwarz gestrichen. Ich habe es in meiner Schauanlage mit Abtönfarbe aus dem Malerbedarf gemacht. Die Farbe trocknet relativ schnell und so kann an schon bald mit der Gleisverlegung beginnen.

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Ob man nun beim Bau der Gleise altes Märklin-Material oder die Gleise eines anderen Herstellers nimmt, ist zweitrangig. Die Grundabmessungen sind bei den verschieden Gleissystemen sehr ähnlich. Auf den Bildern kann man deutlich erkennen, dass man zwei bis drei Lokomotiven für diese Containerterminal-Darstellung einsetzen kann. Meine Demoanlage ist wegen des Betriebes mit der Märklin CS2 mit Kontaktgleisen für eine S88 Rückmeldung versehen. So kann eine Lok hin- und herpendeln, mit einer zweiten kann man rangieren und die Wagen ggf. auch noch unter laufendem Betrieb be- oder entladen, sofern man einen entsprechenden Containerkran besitzt. Es gab einst von Faller einen ferngesteuerten Kran, der heute ebenso wie der neuere Heljan Kran nur noch im Secondhand-Handel zu bekommen ist. Notfalls tut es aber auch der klassische Märklin 7051 oder sein moderner Nachfolger.

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Der gezeigte Faller Containerkran wurde in die Grundplatte eingelassen und mit Hilfe von Fischertechnik-Material motorisiert. Das Bild zeigt die Konstruktion, die so oder ähnlich auch mit anderen Motoren und Bauteilen vom versierten Modellbahner nachgebaut werden könnte.

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Um die Elektrik einfach zu halten, sind die Weichen und Signale digitalisiert. Zwei Decoder k83 genügen, ebenso ein Anschlussgleis nahe beim Übergang zwischen den beiden Modulen. Zwei Kabel zwischen den beiden Modulen genügen für den Start. Will man das ganze dann noch beleuchten, empfehle ich ein zweites Paar für den Lichtstrom. Die Verbindung mit einem Mehrfachstecker aus dem Elektronikfachhandel vereinfacht den Zusammenschluss der beiden Modulplatten.

Ist nun alles soweit verkabelt und installiert, kann man an die Landschaftsgestaltung gehen. Der größere Teil eines Containerbahnhofs dürfte beim Vorbild betoniert oder gepflastert sei. Dies nachzubilden ist ganz einfach. Strassenfarbe gibt es z.B. von Faller. Das Stichwort Faller könnte auch dazu führen, dass man noch das Carsystem verbaut. Auch wenn der benötigte LKW-Wendekreis bei der Fläche kaum vorhanden ist, könnte dennoch der ein oder andere Kleinlaster oder PKW auf einem der Module seine Runden drehen. An den Rändern der Module etwas grün und ein paar Büsche oder Bäume machen unser kleines Modul noch hübscher. Auch die Verwaltung des Terminals benötigt ein Gebäude, das sich irgendwo findet.

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Der Testbetrieb hat gezeigt, dass man auch altes Material mit neuester Steuerungstechnik kombinieren kann. Einzige Bedingung: Die mechanisch einwandfreie Funktion der alten Antriebe und sauber verlegte Gleise.

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Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und seit seinem dritten Lebensjahr besessen von Modellbahnen. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.