Deutsches Krokodil in neuer Ausführung

Wie und wann die Baureihe E94 zu dem Spitznamen Deutsches Krokodil kam, ist mir nicht bekannt. Aber eine gewisse Ähnlichkeit besteht zum bekannten SBB Krokodil. Die Lok ist gelenkig aufgebaut, eben so wie das lebende Reptil auch. Die sechs Achsen des Vorbilds sind aber entgegen der schweizerischen Verwandtschaft nicht mit Kuppelstangen verbunden, sondern werden von je einem Motor angetrieben. Auch diese Lokomotive hat beim Vorbild zu Beginn der 1940er Jahre das Befördern von schweren Güterzügen angetreten. Auch sie zählte zu den sog. Kriegslokomotiven, die gebaut werden durften. Aber es gab auch hier noch Nachbauten in den Nachkriegsjahren.

Lange Zeit war sie bei den Bahnen in Ost- und Westdeutschland und bei den ÖBB im Einsatz. Dabei wechselte sie auch ihr äusseres Erscheinungsbild. So kam es dazu, dass mit der Einführung der oceanblau/beigen Farbe bei der DB in den 70zigern auch eine Lok in diesem Farbton lackiert wurde. Es sollte bei einem Exemplar bleiben. Anders bei den ÖBB; die lackierten die starken Loks in verschiedenen Ausführungen jeweils nach dem aktuellen Farbkonzept. Verdrängt wurden sie erst durch die BR 151 und 152. Man sah sie überwiegend im Süden der Republik. Allerdings kamen sie zeitweise über die Ruhr/Sieg Strecke bis nach Hagen.


Im Modell gibt es die BR 194 schon seit Jahrzehnten, bei Märklin erschien sie, nachdem es bei Trix schon früher ein Modell gab, 1964. Das hier vorliegende Modell ist noch immer auf der Basis des vor mehr als fünf Jahrzehnten erschienene Modell 3022 aufgebaut. Es sind sicher nicht mehr die originalen Formen von damals. Auch die Farbvariante gab es bereit vor vielen Jahren. Somit kann man sich fragen, was nun neu an der Lok ist? Da ist zum einen der Motor; ein sog. HLA und lastgeregelt mit mfx+ Decoder. Die Beleuchtung wird mit rot/weißen LED ausgeführt und ganz neu eben ist die erstmalige Ausrüstung mit beidseitiger Telexkupplung. So kann man mit dem Modell ferngesteuert an jedem Punkt der Anlage die Lok vom Zug nehmen.

Das heutige Modell ist im Gegensatz zur einst farbgleich angebotenen 3422 etwas matter, die Dachstromabnehmer sind nun in roter Farbe lackiert, ebenso der Hauptschalter. Die Schrift ist stellenweise noch kleiner gewählt worden. Alles mit guten Augen unter der Lupe lesbar. Was man nicht ändern konnte ist die Betriebsnummer, denn das Einzelstück in dieser Farbe war die
194 178-0, beheimatet einst in Mannheim bei der BD Karlsruhe.

Zu dem Modell ist noch zu sagen, dass ihr kein Zug zu schwer ist. Ausgerüstet mit vier Haftreifen zieht die Lok souverän einfach alles. Das war schon immer so und zeigt, dass der damalige Konstrukteur ein Modell erschuf, dass auch heute noch fast allen Ansprüchen genügt. Die robuste Lok kommt als MHI Modell zu einem Preis von 329.-€ in den Handel. Neben den Ellok Fahrgeräuschen gibt es zwei Ansagen. Doppel A Licht, ein Rangiergang und weitere Funktionen sind mit den hauseigenen Zentralen abrufbar. Wer also die Farbe mag, das farbgleiche 3422 Modell noch nicht besitzt bzw. die aktuelle mfx+ Technik möchte, dem sei die Lok empfohlen.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.