Die neue Baureihe 73 von Märklin

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Neu in den Schaufenstern der Modellbahnhändler: Die neue Baureihe 73 von Märklin. Das einst von Trix konstruierte Modell dieser kleinen bayrischen Tenderlokomotive erschien nun mit diversen Überarbeitungen für Märklin in Reichsbahnausführung.

Das Vorbild
Einst wurde diese Lok für den Münchener Vorortverkehr konstruiert. Bestellt wurden etwas über 100 Lokomotiven mit der Achsfolge 1′ B 2′. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 90 km/h. Erstes Baujahr dieser Lok war 1897. Ebenso schafften die Pfälzischen Eisenbahnen 37 dieser Loks an. Später wurden auch Loks an die Eisenbahnen von Elsaß-Lothringen abgegeben.

Das Modell
Nachdem Märklin schon vor langer Zeit nach Übernahme der Firma Trix diese Lok in der Ausführung der Pfälzischen Eisenbahnen angeboten hatte, folgt nun mit neuem Innenleben versehen, die Ausführung der Deutschen Reichsbahn um 1930. War bei den Vorgängermodellen noch der Motor im Führerhaus untergebracht und versperrte die Durchsicht, ist er nun um 180 Grad gedreht im Kessel der Lok. Bei dem verwendeten Motor handelt es sich um einen fünfpoligen Motor mit Schwungmasse. Dieser treibt über ein Schneckengetriebe beide Antriebsachsen an und verhilft im Zusammenspiel mit der Schwungmasse der Lok zu sehr guten Fahreigenschaften. Der Auslauf bei Notstopp bzw. stromlosen Signalstoppstrecken, wie man sie auf analog gesteuerten Anlagen findet, beträgt nach dem Einfahren mehr als 36 cm aus Höchstgeschwindigkeit. Das ist ein wunderbarer Wert und wesentlich besser als das, was man bei deutlich größeren Loks erleben kann. Somit ist die Lok auch auf alten analog gesteuerten Anlagen wunderbar einsetzbar. Aber auch im Normalbetrieb zeigt die Schwungmasse eine sehr gute Wirkung. Die Lok läuft seidenweich und zieht ihrem Einsatzzweck entsprechend gut.

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Die Beleuchtung ist mit LED in warmweisser Ausführung, der verbaute Decoder ein mfx. Ich habe meiner Lok noch den Rangiergang und die Rangierbeleuchtung einprogrammiert. Ab Werk ist nur F0 mit Licht vorn/ hinten und die F4 mit ABV vorhanden. Die Geschwindigkeitskurve stelle ich auch in der Regel auf linear ein.

Märklintypisch ist die Bedruckung über jeden Zweifel erhaben. Was könnte der anspruchsvolle Modellbahner zum UVP Preis nahe an 300 Euro erwarten? Nun, ich meine ein Sounddecoder hätte die Lok noch attraktiver gemacht. Sicherlich mit wenig Aufwand nachrüstbar, denn Platz für den Lautsprecher ist vorhanden. Ebenso könnte man über eine Nachrüstung der neuen Telexkupplung nachdenken, denn schließlich ist die Lok sowohl vorwärts wie rückwärts für 90 km/h zugelassen gewesen.

Mein Fazit
Märklin hat nicht nur die Farbe geändert, sondern auch die Fahreigenschaften des alten Modells deutlich verbessert. Das Modell fährt deutlich leiser als die Länderbahnvariante. Mit der eigenwilligen Achsfolge ein Modell, welches sich etwas von den Einheitsdampfern in rot/schwarzer Farbgebung absetzt.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.