Die neue BR 42 aus Göppingen

Seit wenigen Tagen auf dem Markt ist die Baureihe 42 aus dem Hause Märklin. Sie ist eine der ersten echten Neuheiten für 2017 – und mit Sicherheit auch auf der INTERMODELLBAU am Stand von Märklin in Halle 4 zu sehen.

Angeboten wird sie unter der Katalognummer 39042 zu einem UVP von 449 Euro. (Demnächst unter 39043 noch zusätzlich ohne Sound für etwas weniger Euros.) Somit werden sicher viele Modelleisenbahner, die sich bisher mit Umbauten der Trix 42 und der Liliput zufrieden geben mussten, auf das neue Modell stürzen.

Als 1E Lokomotive zählt sie zu den schweren Güterzugdampfloks. Bekannt geworden ist sie als Kriegslokomotive, die für den Einsatz in den besetzten Ostgebieten gedacht war. Bei etwas geringerem Achsdruck als die BR 44 sollte sie auf nicht so gutem Oberbau fahren.

Im Gegensatz zu den Lokomotiven der BR 44 und BR 50 hat diese Lok einen relativ schlichten Kessel und einen Wannentender. Die Frontbeleuchtung sitzt auch gänzlich anders als bei den anderen Baureihen. Man brachte sie zwischen den Zylindern unter.

Das neue Modell gibt all diese charakteristischen Merkmale wider. Sehr schön wurden die Sandfallrohre nachgebildet. Leider fehlen Leitungen unter dem Führerhaus, was dazu führt, dass die Lok hier etwas nackt erscheint. Ein Versehen der Konstrukteure? Man kann nur hoffen, dass weitere Varianten da nachgebessert werden. Der Wannentender ist nun erstmals bei einer Märklin Lok auch aus Metall gefertigt. Die fünfachsige Lok ist mit dem allgegenwärtigen Soundbaustein mfx+ ausgestattet, der auch die sog. Spielewelt enthält. Damit ist, sofern man eine CS2 oder 3 besitzt, das Fahren mit Bedienelementen der echten Lok möglich.

Die Lok setzt sich absolut geräuschlos und taumelfrei in Bewegung. Vom Antrieb ist nichts zu hören. Zwei Räder sind mit Haftreifen ausgerüstet. Damit sind der Zugkraft am Berg Grenzen gesetzt. Die Lok neigt zum Schleudern. Zwei weitere Haftreifen würden hier eine deutliche Verbesserung sein. In der Ebene zieht sie durchaus vorbildgerechte Züge ohne dass es zu Traktionsproblemen kommt. Erfreulich, dass die Maschine bei Nothalt einen doch sichtbaren Auslauf hat und man ein Entgleisen der angehängten Wagen nicht befürchten muss.

Bedruckung und Lackierung sind sauber ausgeführt. Das mir vorliegende Modell war makellos. Für meine Begriffe ist das Rot allerdings einen Hauch zu hell. Das Vorbild kommt so nur aus der Fabrik vor die Kamera.

Unter den vielen Funktionen sind auch eine Führerstandsbeleuchtung und ein schaltbarer Rauchsatzkontakt zu finden. Weitere sinnvolle Funktionen, ausser den Sounds, gibt es nicht- so auch keine Fahrwerksbeleuchtung. Eine Telexkupplung fehlt ebenso ab Werk wie ein Raucheinsatz. Den Rauchsatz kann man natürlich nachrüsten. Mit etwas Kenntnissen ist auch eine Telexkuplung nachrüstbar.

Sicherlich ist zu erwarten, dass die Göppinger Konstrukteure noch weitere Modelle aus unseren Nachbarländern anbieten werden, denn diese Lok war sehr lange in vielen angrenzenden Ländern im Einsatz. In der BRD endete ihr Betrieb allerdings schon 1962, in der ehemaligen DDR noch später, nämlich erst 1969.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.