Er fackelt nicht lange, nur kurz…

Lothar Bunscheit aus Bergisch Gladbach hat schon Tausende von Streichhölzern im Keller abgefackelt, aber ein Feuerteufel ist er deswegen noch lange nicht. Die Köpfe der Streichhölzer brennt er nämlich runter, weil er nur die Hölzchen für seine Schiffsmodelle verwendet. „Meistens nehm ich 6 Stück in die Hand, zünde sie an und muss dann gleich auch schon wieder kräftig pusten“, sagt der 66-jährige, der sich, seit er Rentner ist, jede freie Minute mit dem Bau von Streichholz-Schiffmodellen beschäftigt.
1,73 m lang ist sein längstes Modell: ein Hospitalschiff, das aus zirka 12.000 Streichhölzern besteht. Bundscheit hat dabei vor keinem Detail Halt gemacht: Ladeluken, Beiboote, Rehling und natürlich ein Rettungshubschrauber, dessen Propeller sich dreht. Alles aus Streichhölzern.
Seetüchtig sind seine Modelle auch. 5-6 Schichten Bootslack machen die Hölzchen wasserdicht und verleihen ihnen obendrein noch einen charmanten Glanz.
Während das Abfackeln und der Bootsbau selbst völlig ungefährlich sind, hat Buntscheid bei seinen Testfahrten auf Teichen schon so manches Abenteuer erlebt. Immer mal wieder komme es nämlich vor, dass die Fernbedienung versage. Dann muss Buntscheid auch schon mal in Unterhose hinterher. Einmal mussten ihn seine Söhne sogar aus Untiefen im Wasser retten.
Und wie läuft es sonst so mit dem Familienleben eines Modellbau-Süchtigen?
Da wiegelt Buntscheit ab: „Meine Frau kriegt ab und zu mal´n Eis.“ Außerdem kaufe sie die ganzen Streichhölzer: „Und solange sie das tut, ist alles gut!“