Gestatten: Ludmilla

Im letzten Jahr wurde die ESU Ludmilla, bekannt als BR132 der Deutschen Reichsbahn, mit umfangreichen Sounds ausgeliefert. Über das Vorbild möchte ich hier nichts schreiben, da diese Loktype aus einschlägiger Literatur bekannt sein dürfte.

Das Modell besticht auf den ersten Blick durch seine auffälligen Drehgestelle. Durch die helle Farbe kommen alle Details gut zur Geltung. Aber auch der Lokaufbau dieser immerhin mehr als 600g wiegenden schweren Güterzuglok macht einen guten Eindruck. Dass es bereits von vielen Herstellern dieses Lokmodell gab, hat ESU dennoch nicht daran gehindert, eine weitere Variante anzubieten, dazu noch in diversen Lackierungen. Der Interessent hat also nun die Qual der Wahl. Und wenn er dann die ESU Lok vor sich liegen hat, gilt es zunächst die Lok mittels Imbusschlüssel vom Transportrahmen zu lösen. Unter der Schaumstoffeinlage findet man die ausführliche Bedienungsanleitung und ein vorbildliches Ersatzteilheft. Mögen die Teile, die dort aufgeführt sind. lange lieferbar sein.

Das Hauptaugenmerk liegt sicherlich bei ESU auf den Geräuschfunktionen. Hier gibt es so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Kurvenquietschen, Ansagen, Kuppelgeräusche und so weiter. Der Start des Motors ist schon beeindruckend und man meint neben der echten Lok zu stehen. Dazu kommt, dass auch ein Rauchgenerator verbaut wurde, der die Abgase einer Diesellok ausstößt. Ebenso kann man die Beleuchtung als gelungen bezeichnen. Spitzen und Schlusssignal sind ebenso schaltbar wie die Führertischbeleuchtung und Licht im Maschinenraum. Etwas zu wild, zumindest für meinen Geschmack ist das Funkenschlagen beim Abbremsen. Beim Vorbild kann man das sicher so nicht oft sehen. Aber es ist nunmal ein Feature bei ESU und soll beeindrucken.

Zu den Fahreigenschaften ist zu sagen, dass man vom Antrieb so gut wie nichts hört. Die Lok fährt taumelfrei auf C-Gleis und meistert M-Gleis, sofern nicht verschlissene Radlenker an den Weichen vorhanden sind. Ein Problem darf man nicht verschweigen: S88 Rückmeldestrecken mag sie gar nicht. Aus mir unerklärlichen Gründen sind die in der mir von HRT/Marsberg zur Verfügung gestellten Lok verbauten isolierten Radsätze nicht über die Platine bzw. Schleiferumschaltung DC/AC miteinander verbunden.*

Die Lackierung und Bedruckung des weitgehend aus Metall gefertigten Modells erscheint mir qualitativ sehr gut gelungen. Dass das Dach wie geleckt aussieht, ist nicht wirklich tragisch, allerdings wirkt es auch nicht authentisch in diesem Zustand. Man könnte/sollte es aber selbst dezent altern. Ab Werk ist die Lok einseitig mit einer Bügelkupplung ausgerüstet. Federpuffer sind verbaut. Tauschschürzen für den Betrieb mit beidseitiger Kupplung liegen bei. Der Aufbau ist mittels vier Schrauben befestigt, die man seitlich neben den Drehgestellen findet.

Preislich liegt das ESU Modell deutlich über allen anderen Mitbewerbern. Ob einem eine UVP von über ca. 430 Euro zusagt, muss man für sich allein entscheiden – der Strassenpreis ist etwas unter 400 Euro.

Zu viel Krach kann auch nerven. Der Sound und die Fahreigenschaften, das sei abschließend festgehalten, überzeugen.

*) Der Schalter wird nicht genügend eingedrückt. Unterfüttern half.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.

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