Liliputs neuer: BR 614

Vor etwa vier Jahrzehnten erschien der erste Triebwagen der Baureihe 614 im Massstab 1:87, allerdings in der Länge auf 1:100 gekürzt. Der Hersteller damals: Fleischmann. Das Modell hielt sich über die Jahrzehnte im Programm und machte alle Farbspielereien der DB mit. Dieser Fleischmann Zug ist durchaus auch heute noch gut, wenn man den Längenmassstab 1:100 bevorzugt.


Nun erschien in den letzten Wochen das Modell von Liliput. Es unterscheidet sich vom alten Fleischmann Modell durch den konsequent angewandten Masstab 1:87 – eben auch in der Länge. Als dreiteiliges Set wird der Triebzug in Ausführungen für DC und AC geliefert. Die AC Varianten besitzen naturgemäß einen Decoder (Esu m4- also mfx geeignet), ansonsten könnte man die Fahrtrichtung nicht wechseln. Die Zeiten von Relais sind ja bekanntlich vorbei.


Liliput offeriert momentan die Ursprungsausführung in kieselgrau/orange und die der DB AG in verkehrsrot. Die Modelle sind wie beim Vorbild auch in beiden Triebköpfen angetrieben. Dank Schwungmassen läuft der Zug weich aus. Die Stromabnahme erfolgt beim AC Modell durch zwei Flüsterschleifer, jeweils in Fahrtrichtung vorn. Lichtwechsel rot/weiß.


Mein vorliegendes Modell besticht durch lupenreine Beschriftung. Die Inneneinrichtung ist ebenso nachgebildet wie die Innenbeleuchtung im ganzen Zug. Die Führerstände sind einzeln beleuchtbar über die F1 Taste. Der Zug besitzt insgesamt vier Haftreifen auf der jeweils inneren angetriebenen Achse des vorderen Drehgestells. Das bedeutet, dass eine Rückmeldung sicher ausgelöst wird, egal in welcher Richtung der Zug fährt. Gekuppelt wird der Triebzug über eine mehrpolige el. Kupplung mit Rastverschluss. Einmal zusammen, löst sich nichts mehr. Auf Grund der Länge ist der Zug eher für Radien ab Märklin R2 und größer geeignet, er durchfährt aber mühelos R1. Mit Weichenlaternen des alten Metallgleis geht es nicht. K und C machen keine Probleme, alle Weichenkombinationen hat er ohne Beanstandung gemeistert.


Für die DC Freunde sei bemerkt, dass die Stromabnahme per Schiebeschalter im Wagenboden eingestellt werden kann. Weitere Angaben zur Ausrüstung mit Sounddecoder und zu Ersatzteilen findet man in der ausführlichen Anleitung.

Und was fehlt? Ein paar Reisende sollten in den Fahrgasträumen Platz nehmen. Und ein Triebfahrzeugführer würde sich sicher auch gut in einem der Führerstände machen.

Das vorliegende Modell ist in Nürnberg beheimatet und befuhr die von dort aus abgehenden nicht elektrifizierten Strecken im Nahverkehr. Andere Varianten fuhren in Niedersachsen im Raum Braunschweig.

Fazit: Ein schönes Modell mit guten Fahreigenschaften der Epoche IV. Angeboten zu einem Preis von rund 350 Euro im Fachhandel.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.