Schiff ahoi!

Modelleisenbahnen, RC-Autos, Flugzeuge, Kirmesmodellbau. Was fehlt? Natürlich: Schiffe. Auch die gibt es auf der INTERMODELLBAU zu sehen und zu erleben – und das nicht zu knapp. Die komplette Halle 5 wird dem Schiffsmodellbau gewidmet. Federführend verantwortlich für die Erlebniswelt zu Wasser ist der nauticus e.V., der Deutsche Dachverband für Schiffsmodellbau und Schiffsmodellsport. Dieser hat auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Yachtmodelle, Segelschiffe, Schnellboote, Kutter, Kreuzer, Schlepper und Frachter seiner angeschlossenen Vereine organisiert, die teils im Wasser und teils „im Trockendock“ präsentiert werden.


U-Boote und Riesenmodelle
„In diesem Jahr haben wir zwei neue Clubs dabei“, kündigt Dieter Matysik, Präsident des nauticus e.V., an. „Eine Gruppe namens Sonar zeigt internationalen U-Boot-Modellbau. Die Modelle werden auch im großen Becken abtauchen“, verspricht er. Ein weiterer neuer Verein, der SMC Waltrop, bringt einige Großmodelle im Maßstab von 1:10 und 1:15 mit. „Die können nur von zwei oder mehreren Personen ins Wasser gelassen werden und sind aufgrund ihrer Größe und Detailgenauigkeit ein Blickfang für die Besucher“, weiß Matysik.

Auch sonst geht es im Wasserbecken in Halle 5 hoch her – den ganzen Tag von 9 bis 18 Uhr werden im Viertel-Stunden-Rhythmus Vorführungen stattfinden, von historischen Segelschiffen über Funktionsmodelle, Kreuzer und vielem mehr. Gestaltet wird dieses Programm vorrangig von Clubs aus Dortmund und der Umgebung.

Bootsführerschein für Kinder
Für die kleinen Messebesucher wird es wieder die Möglichkeit geben, ein Kapitänspatent, also eine Art Modellbootsführerschein zu absolvieren. „Wir haben kleine Boote dabei, die mit Fernsteuerung im Wasser bewegt werden können. Das kommt immer gut an, für viele Kinder ist es das erste Mal, dass sie mit Modellbau und Modellschiffen überhaupt in Berührung kommen“, sagt der Verbandspräsident.

Schiffsmodelle aus Karton
Nicht für das Wasser geeignet sind die Schiffsmodelle aus Karton. „Auch hier haben wir wieder eine große Vielfalt zu bieten“, sagt Dieter Matysik. Es werde die größte Präsentation von praktisch vorgeführtem Kartonmodellbau in Deutschland auf der INTERMODELLBAU zu sehen geben, kündigt er an.

Sammlerschiffe im Mini-Maßstab
Winzig klein wird es in der Ecke, die sich dem Sammlerschiffsmodellbau widmet. Hier sind Schiffe im Maßstab von 1:1250 zu bewundern. In diesem Maßstab passt ein Containerschiff auf eine ausgestreckte Hand. „Diese Sparte wird immer beliebter, es gibt mittlerweile viele Kleinhersteller und Firmen, die Modellbausätze anbieten. Und entsprechend viele Modellbauer, die sie umsetzen. Das ist eine Sucht, fast wie Briefmarkensammeln“, veranschaulicht Matysik. Der ungewöhnlich kleine Maßstab hat übrigens einen reellen Hintergrund: Vor dem zweiten Weltkrieg wurden Piloten mit solchen kleinen Schiffen darauf vorbereitet, wo sie ihre Bomben abzuwerfen haben – die Verkleinerung der Schiffe entsprach so ungefähr der Größe, wie die Piloten die echten Schiffe aus der Luft sahen.

Workshops und Vorträge
Mitmach-Aktionen gibt es auch. So haben blutige Anfänger die Möglichkeit, ein so genanntes Luftballonboot zu bauen. Hierbei handelt es sich um eine Styroporfläche, unter der ein Luftballon hängt. Pustet man diesen auf und lässt das Boot anschließend zu Wasser, bewegt es sich durch den Rückstoß der austretenden Luft nach vorn. „Das hat nur entfernt etwas mit Modellbau zu tun, kommt aber immer gut an, gerade bei den kleineren Kindern“, sagt Matysik.
Für den größeren Modellbaunachwuchs wird es Workshops mit Kunststoffbooten geben.

Zudem wird ein Experte den U-Boot-Modellbau erklären und Anschauungsmodelle mitbringen. „Das wird ein feinmechanischer Hochgenuss“, freut sich der nauticus-Präsident schon. Außerdem soll ein Hochschullehrer aus derm Städtchen Bank bei Budapest kommen. In Bank wird in diesem Jahr die Weltmeisterschaft im vorbildgetreuen Schiffsmodellbau ausgerichtet. Der Lehrer einer berufsbildenden Schule wird einiges zu dieser WM erzählen.

Programm zum Download
Ihr seht – ein volles Programm. Für den perfekten Überblick könnt Ihr den Ablauf am Vorführbecken auch als PDF downloaden.

Über den Autor

Daniel Große (Blog INTERMODELLBAU)

Daniel Große ist Journalist und Blogger. Im Auftrag der Messe Westfalenhallen Dortmund betreut er dieses Blog, schreibt Aussteller-News, führt Interviews und sammelt auf der Messe Live-Eindrücke in Text, Foto und Video.

Kommentare (1)

  1. Vielleicht gibt es diesmal eine Tribüne mit Sitzplätzen am Wasserbecken. So könnte man entspannter dem Treiben auf dem Wasser zuschauen.

    Gruß
    Ulrich

Kommentare sind deaktiviert.