Sicherer fliegen: FLARM jetzt auch für Modellflugzeuge und Copter

Statt „unter dem Radar“ zu fliegen, haben Piloten eines Flugzeuges oder eines Copters ab sofort die Möglichkeit, ihr System mit der FLARM-Technologie auszurüsten. Flugzeuge werden frühzeitig durch Funksignale vor einer Kollision gewarnt.

Der bereits seit längerer Zeit verfügbare RC-Empfänger „Team BlackSheep Crossfire RX“ ist weltweit vor allem bei Long Range-Piloten beliebt. Der Receiver ist für eine Entfernung von bis zu 100 Kilometern ausgelegt. Das spezielle Kommunikationsprotokoll bietet eine Rauschunterdrückung und kann so für recht lange Distanzen genutzt werden.

FLARM im Einsatz: Im OSD werden andere Flugzeuge angezeigt.

Und da Long Range-Flüge im Regelfall nicht in Bodennähe stattfinden, ist es durchaus sinnig, die anderen Nutzer im Luftraum über die Anwesenheit zu informieren. Per Software-Update bietet TBS nun an, FLARM zu implementieren. FLARM wird dafür eingesetzt, Kollisionen zwischen Flugzeugen zu vermeiden. Die Technologie sendet den zukünftigen Flugpfad per Funk an andere Verkehrsteilnehmer. Dadurch werden Flüge sicherer.

Durch die steigende Anzahl nicht bemannter Flugobjekte wurde in der Luftfahrbranche der Ruf nach einem System laut, welches vor allem Drohnen für Flugzeuge sichtbar machen soll. FLARM löst dieses Problem: Es ist in derzeit mehr als 35.000 bemannten Luftfahrzeugen installiert.

Für Nutzer des Crossfire-Empfängers ist die Einrichtung des FLARM-Systems recht simpel: Über ein Softwareupdate lässt sich alles nötige einstellen. Kostenlos lässt sich die Aussendung eines eigenen Signals aktivieren, sodass Flugzeuge über nahende UAS informiert werden. Allerdings gibt es noch zwei Kaufvarianten: Möglichkeit 1 heißt Buddy und ermöglicht es, bei Flügen mit Freunden diese im On-Screen-Display des verbauten FPV-Systems verorten zu können. Dafür verlangt Team BlackSheep 80 Dollar. Für 350 Dollar bekommt der Käufer die Möglichkeit, auch Flugzeuge angezeigt zu bekommen, um diesen verantwortungsbewusst auszuweichen und den normalen Flugverkehr nicht zu stören. Die Aviation-Version ist vor allem an professionelle Nutzer gerichtet, die beispielsweise die sogenannte „BVLOS„-Genehmigung benötigen.

Die Implementierung von FLARM in kleine Elektronik ist wegweisend: Gerade in Zeiten, in denen Begriffe wie Automation und Autonomie regelmäßig diskutiert werden, ist die Kennzeichnung von nicht bemannten Flugobjekten wichtig. Die steigende Anzahl von Drohnen, die den Luftraum erobern, erhöhen das potenzielle Zusammenstoß-Risiko. In Deutschland ist ein System wie FLARM bisher keine Pflicht, es bietet Piloten aber zusätzliche Sicherheit.

Über den Autor

Mika Baumeister

Mika ist ein Copter-Pilot und 3D-Druck-Enthusiast aus Bonn, wo er nebenbei Technikjournalismus studiert. Neue technische Themen schrecken ihn nicht ab: Kein Wunder, dass auch Virtual sowie Augmented Reality zu seinen Steckenpferdern gehört. Er half bereits bei der Konzeptionierung des ersten INTERCOPTER Racing Cup. Für den Messeblog der INTERMODELLBAU schreibt er über aktuelle Entwicklungen in Sachen Multicopter, 3D-Druck sowie Battlebots.

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