Souvenir aus Kanada: Ontario Northland F7

Lange ist es her, dass die F7 von Märklin in H0 erstmalig angeboten wurde. Sie erschien als Santa Fe und New Haven Ausführung im Jahre 1961. Für lange Zeit fristete zumindest die Santa Fe Version ihr Dasein in den Katalogen, die nicht ganz vorbildgetreue New Haven verschwand nach wenigen Jahren aus dem Programm, ihr folgte die heute selten zu findende gelbe Union Pacific.

Dann war zunächst einmal wenig los auf dem Gebiet der US Amerikanischen Lokomotiven. Erst ab den 1990ern gab es einen richtigen Boom. Fast jährlich erschienen nun Loks und neue Wagen nach Vorbildern der unterschiedlichsten Bahngesellschaften. Waren es zunächst Farbvarianten auf Basis der alten Blechwagen, die als Ergänzung angeboten wurden, erschienen dann auch endlich Personenwagen für die Loks – zunächst Streamliner der Amtrak. Neue Loktypen kamen auch, so Big Boy und GG1. Ferner nun auch 2017 der Challenger.

Das Vorbild der hier vorgestellten Diesellok stammt allerdings aus Kanada und war Eigentum der Ontario Northland Bahngesellschaft, die bei allen Märklin-Anhängern bekannt sein sollte, erwarb sie doch die legendären TEE Triebzüge der NS/SBB, die den Personenverkehr auf der Strecke nach Norden unter dem Namen Northlander übernahmen. Ein neues, sehr ansprechendes Design war sicher auch der Grund dafür, dass Märklin den Zug als Modell 3150 in limitierter Ausführung 1978 anbot. Leider entpuppten sich die dieselelektrischen Triebköpfe der TEE Züge als wenig geeignet für das raue Klima in Kanada. Schon nach kurzer Zeit wurden sie von heimischen Loks ersetzt, eben dem Typ F7, auf dem Second Hand Markt in den USA erstanden. Farblich angepasst machten auch sie mit den drei gekuppelten ex TEE Wagen eine gute Figur und waren für lange Zeit im Einsatz. Nun fahren sie im neuen Design die Züge mit Wagen aus US Material.

Das neue Modell 39623 wird von dem bekannten 5Pol HLA angetrieben. Verbaut ist ein mfx+ Decoder. Natürlich mit typischen amerikanischen Sounds. Sprechfunk zwischen Lokführer und Dispatcher. Der Bremssound ist neu für diese Lok. Es handelt sich um ein sehr helles Geräusch. Ob das so bei einer Lok mit Klotzbremsen auftritt, lass ich einmal dahingestellt. Der Lokaufbau besteht wie seit Jahrzehnten aus Metall. Allerdings wurde der Aufbau vor kurzem überarbeitet.

Markerlights und Führerstandsnachbildung sind nun vorhanden, Hauptscheinwerfer und Markerlights zusammen mit Nummernschildern sind getrennt schaltbar. Die Beleuchtung geschieht mittels LED. Die Verkabelung im inneren der Lok ist sauber ausgeführt. Farbgebung und Bedruckung sind auf dem Stand von heute und über jede Kritik erhaben.

Es gibt aber auch Schatten. Niemand wird behaupten wollen, dass es sich bei der Lok um Hightech aus dem Jahre 2017 handelt, dagegen spricht schon die klassische Bauweise der Lok. Wieso man allerdings meint, dass diese Lok eine Kurzkupplung benötigt, bleibt unerfindlich. Die Kupplungen stehen viel zu weit von der Lok ab. Sowohl mit Wagen als auch bei Solofahrt sieht das so wenig überzeugend aus. Da wäre die alte Blech-Hakenkupplung optisch besser gewesen. Ich habe dies bei meiner Lok geändert.

Und noch ein Nachteil der Lok soll nicht unerwähnt bleiben: sie wurde in einer limitierten Auflage nur für den nordamerikanischen Markt gefertigt. Ein Erwerb ist also nur mit einem gewissen Aufwand möglich. Aber Kanada ist ja auch ein schönes Reiseland und so eine F7 ein schönes Mitbringsel.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.