Vom Klempner zum Modellbauer

In diesem Jahr feiert NOCH, führender Anbieter von Modellbahnzubehör, sein 100. Jubiläum. Die Geschichte beginnt am 13. Januar 1911. Damals gründete der Leipziger Klempnermeister Oswald Noch in der sächsischen Stadt Glauchau eine Klempnerei. Sein Sohn Erich eröffnete wenig später nach dem Studium der Elektrotechnik ein kleines Tochterunternehmen, in dem er Elektroartikel verkaufte. Vor Weihnachten häuften sich die Anfragen, ob der Elektriker nicht einige Modelleisenbahnen reparieren könne. Er konnte – und verkaufte ab sofort zusätzlich auch Lokomotiven von Märklich. Im Jahr 1936 lernte Erich Noch den Schreinermeister Ernst Hecker kennen, der kleine Häuschen für Modellbahnen baute. Ab jetzt gab es kein Halten mehr – die Firma NOCH avancierte zum Modellbahnhersteller.

Nach dem 2. Weltkrieg – Erich Noch kam gerade aus Frankreich zurück – begann das Unternehmen damit, Auftragsarbeiten von wohlhabenden Kunden anzunehmen. Individuelle Modell-Landschaften aus Gips und Holz entstanden. Ab 1949 wurden Tunnel, Gebäude, Gleise und Waggons in einem ersten eigenen Katalog vorgestellt. Zur DDR-Zeit wuchs der Druck auf den Privatbetrieb, der möglichst in Staatsbesitz übergehen sollte, immer weiter. 1956 gaben Erich Noch und seine Familie in Glauchau schweren Herzens auf – und flüchteten in den Westen.


In Maisach bei München ging es weiter, Hauptsortiment waren fortan Fertiggelände und Sonderanfertigungen. 1961 dann ein weiterer Umzug nach Wangen im Allgäu, direkt an die Alpen. Das Landschaftssortiment wurde immer vielfältiger und ausgereifter. Das Terra-Form-System zum individuellen Gestalten von Tunneln und Bergen wurde vorgestellt und verhalf NOCH durch die 80er Jahre, in denen Fertiggelände nicht mehr so gefragt waren. 1982 stellte NOCH das Autorailsystem vor, mit dem es erstmals möglich war, Modellautos über Magneten durch unterirdische Elektrozüge auf der Modellbahn-Straße zu bewegen. Zahlreiche weitere Innovationen folgten – und bis heute gehört NOCH zu den Größen im Modellbahnsektor.

Auf der INTERMODELLBAU 2011 zeigt NOCH neben den bereits hier vorgestellten bewegten Figuren auch herkömmliche Figuren. Thematisch dreht sich dabei alles um Feste und Feiern. Fanfarenzüge, eine Grill- und Waschstation, eine Band inklusive Fans und ein Bierausschank sowie Verkaufswagen und Zubehörsets sind für die Spur H0 erhältlich.
Neu im Sortiment sind außer dem die „Classic Bikes“. Sechs Klassiker der Motorradgeschichte erwachen im Maßstab 1:87 wieder zum Leben. Unter anderem die Zündapp KS 50 oder die BMW R60 mit Beiwagen.
Auch im Bereich der Laser-Cut-Plus-Gebäude gibt es Neuheiten, wie den Bahnhof Tannau (Berg), Erweiterungen für das bestehende Dorf in H0 und Neuheiten in den Spuren N und TT.

Die zahlreichen Neuheiten findet Ihr bei NOCH in Halle 4, Stand 4.B06.

Über den Autor

Daniel Große (Blog INTERMODELLBAU)

Daniel Große ist Journalist und Blogger. Im Auftrag der Messe Westfalenhallen Dortmund betreut er dieses Blog, schreibt Aussteller-News, führt Interviews und sammelt auf der Messe Live-Eindrücke in Text, Foto und Video.