25 Jahre Märklin Insider Club – ein persönlicher Rückblick

Ein Viertel Jahrhundert ist vergangen, seit Märklin den Insider Club 1993 ins Leben rief. Dazu kann man nur gratulieren. Den Erfolg haben die Väter sich sicher gewünscht, aber ob sie ihn auch so erwartet haben, dürfte doch bezweifelt werden. Der Insider Club ist aus Sicht der Kunden sicher etwas Besonders. Da kommt bei vielen das Gefühl auf, etwas Besonderes zu sein. Aus Sicht des Herstellers ist es ein Kundenbindungsprogramm, wie es heute viele praktizieren, das sicherstellen soll, dass der Umsatz gefestigt und gesteigert werden kann. Beide Ansichten sind aus meiner Sicht legitim.

Bei Treffen wird oft diskutiert, ob sich eine Mitgliedschaft lohnt. Die Frage kann man eigentlich beim Hobby gar nicht ernsthaft stellen bzw. seriös beantworten. Ob es sich lohnt, wird man feststellen, wenn man die Magazine gelesen hat und sich an Modellen, die man geordert hat, erfreut. Das muss jeder für sich selbst beantworten. Kein Märklin Modellbahner ist gezwungen, Clubmitglied zu werden. Niemand wird gezwungen ein Modell zu ordern. Man darf auch nicht erwarten, dass das persönliche Wunschmodell jedes Jahr dabei ist. Nur manchmal ist es eben so, dass besonders beliebte Modell nur für die Mitglieder kommen. Spätestens dann ist ist man in der Bedrouille.

Für den Jahresmitgliedsbeitrag von etwas unter 80 Euro erhält man zumindest einen reellen Gegenwert. Sechs Magazine, den Jahreskatalog und die sogenannte Insiderpost, einen Jahreswagen und die ein oder andere DVD mit Berichten zum verflossenen Märklinjahr. Auch bekommt man kleine Geschenke (manchmal ganz nützlich, machmal eher nicht; (jetzt einmal 25,-€ Warengutschein für eine 25jährige Mitgliedschaft) auf Messen, bei denen Märklin als Aussteller vertreten ist. Ob man Insiderwissen über das Unternehmen bzw. Produkte erhält, die man anderweitig nicht bekommen könnte, lassen ich einmal offen. Das, was den Sammler wirklich interessiert, wird auch heute nicht veröffentlicht, nämlich die Auflagenhöhe von Modellen, die nicht explizit limitiert waren oder sind.

Für die Mehrzahl der Insider ist sicher wichtig, dass sie eine für sie produzierte Lok ordern können, das sogenannte Insidermodell. Seit Beginn des Clubs erschien jährlich mindestens ein speziell nur für Clubmitglieder produziertes Modell. Zu bestellen über ein Formular beim Händler. Auch gibt es zu bestimmten Anlässen Modelle, die man sonst nicht bekäme. Erinnert sei an den gläsernen ICE 3. Allerdings sollte ein Mitglied nicht der Meinung sein, dass ein solches Modell nicht in anderer Lackierung oder Beschriftung später wieder aufgelegt wird. Und hin und wieder gab es auch Einkaufsgutscheine für besonders treue Kunden.

Ob Insidermodelle besonders sammelwürdig und wertstabil sind, steht auch nicht unbedingt fest, da die Auflagenhöhe dieser Modelle naturgemäß hoch ist – Ausnahmen bestätigen sicher auch hier die Regel. Interessant sind die technischen Neuerungen, die bisweilen in diesen Modellen erstmals erschienen. So hat in diesem Jahr das Modell des SBB Krokodils eine neue Telexkupplung bekommen, die technisch mit der bekannten Kupplung keine Gemeinsamkeiten hat.

Wenn ich als Insider auf die letzten 25 Jahre zurückblicke, dann möchte ich mir für die Zukunft wünschen, dass in einer Insiderpost auch wirklich nur Insidernews stehen, die ich nicht im Märklin Magazin auch hätte lesen können. An dieser Stelle besteht tatsächlich noch Luft nach oben. Auch würde ich mir wünschen, dass Anregungen, die aus dem Mitgliederstamm kommen, etwas schneller umgesetzt werden. Und sollte einmal etwas nicht umgesetzt werden können, dann wäre es auch eine nette Geste des Herstellers seinen besonders treuen Kunden die Gründe für eine solche Entscheidung zu vermitteln. Bestes Beispiel dafür ist die noch immer nicht für das Märklin C Gleis erschienene schlanke DKW. Wir Insider hätten da schon gern eine Auskunft erhalten.

Abschließend dann doch dem Club für die nächsten 25 Jahre alles Gute und seinen Mitgliedern interessante Modelle.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.

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