Akku-Triebwagen ETA 150

Sauber fahren mit wenig Personal war eine Idee für den Akku-Triebwagen der Baureihe ETA 150 in den 50er Jahren. Dieser Zug wurde für den Einsatz auf Haupt- und Nebenbahnen geschaffen, die nicht elektrifiziert waren. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern und einer Reichweite von etwa 300 Kilometer pro Ladung war er geeignet, auf kürzeren Strecken eingesetzt zu werden.

An seinen Stationierungsorten war eine Ladestelle für die Batterien installiert. So fuhr dieser Zug lange Zeit bei uns im Ruhrgebiet auf der S-Bahn-ähnlichen Strecke Dortmund Marten – Unna und Dortmund Hauptbahnhof – Castrop Rauxel, aber auch anderswo an der Ruhr und in anderen Teilen der BRD. Der Zug bot guten Fahrkomfort in überwiegend 2. Klasse. Ein Abteil 1. Klasse gab es auch. Das musste reichen. Es reichte auch im Alltag, fuhr doch der gemeine Bergmann oder Stahlkocher nicht in der 1. Klasse.

Erstmals erschien das Modell 1971 im Märklin NH Prospekt. Für damals 89 DM konnte man den roten Triebwagen erwerben. Lange hielt er sich nicht im Katalog. Triebwagen verkauften sich nicht so gut. Nach einer Pause dann die neue Farbgebung in oceanblau/beige. Weitere Varianten erschienen später, so auch der auffällig in NOKIA Aufmachung in den 90ziger Jahren, der die Bochumer Fahrgäste erfreute. Dass man NOKIA heute nur mit einem faden Beigeschmack nennt, ist eine andere Geschichte.

Nun, nach langer Abwesenheit des ETA ist in diesem Jahr eine so genante Replika-Ausführung aufgelegt worden. Der Ursprungstriebwagen in neuer Ausführung konnte nach der Messe in Nürnberg als MHI Modell geordert werden und war rasch ausverkauft. Ausgeliefert wird er nun seit September 2018 im Retrokarton und technisch mit HLA Antrieb und mfx Decoder, also State of the Art 2018. Wie einst besitzt er den rot/weißen Lichtwechsel und eine Innenbeleuchtung und Inneneinrichtung. Die Bedruckung als Ep. IV war 1971 nicht wirklich schlecht, sie ist heute aber noch deutlich besser und umfangreicher; nun aber als Ep.III. Sogar die Fenster sind vorbildgerecht an einigen Scheiben bedruckt. Alles absolut konturenscharf. Das neue Modell 30760 ist diesmal in Frankfurt/Main beheimatet und fährt lt. Zuglauf nach Wiesbaden.

Wenn man den Wagen als Replika anbietet, ist die angebotene Ausführung absolut in Ordnung. Dennoch hätte ich mir als Betriebsbahner eine überarbeitete Beleuchtung gewünscht. Glühlampen gegen Masse zu schalten ist im Zeitalter von mfx nicht wirklich gut, weil es da zu leichtem Flackern kommt.

Die Fahreigenschaften sind sehr gut, vom systembedingten mangelndem Auslauf einmal abgesehen. Dass ein Sounddecoder nicht vorhanden ist, ist für Replika Modelle normal. Den Sound eines elektrischen Triebwagens gibt es auch ohne Baustein beim 30760.

Fazit: Ein interessantes und sicherlich beliebtes Modell im historischen Karton für die Freunde des 1:100 Längenmassstabes. Wer das Modell nicht bekommen konnte, der könnte sich auf dem Gebrauchtmarkt dann mit dem alten 3076 versorgen und ihn technisch aufrüsten. Wer das selbst nicht kann, darf mich gern dazu kontaktieren.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.

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