Der Zug für touristische Nebenstrecken

Inzwischen ist er ausgeliefert, der Flügelzug des TEE Rheingold im Maßstab 1:87, 35 Jahre nach seiner Indienststellung bei der damaligen Deutschen Bundesbahn. Flügelzug deshalb, weil es sich um den Teil des letzten TEE handelt, der in den 80ziger Jahren vom Stamm des Zuges in Mannheim bzw. später dann in Mainz, vom Stamm Amsterdam- Basel getrennt wurde und auf einer sogenannten Nebenstrecke München erreichte. Das Ziel der DB damals: nicht in kürzester Zeit mit dieser Kurswagengruppe München zu erreichen, sondern eine landschaftlich besonders interessante Strecke zu bieten. Somit war es ein eher für Touristen gedachter Zug. Dass dieser zwischen Mannheim und München auch eingleisige Streckenteile befuhr, macht ihn auch für Modellbahnen mit eher beschaulichem Charakter interessant, zumal der Flügelzug aus nur einer Lok und vier Wagen besteht.

Märklin bietet die Packung für eine UVP von 699,99 Euro an, wahrlich kein preiswerter Zug. Für das Geld bekommt man aber eine sauber lackierte und fein bedruckte BR 112 ohne Schürze und mit durchgehendem Lüfterband, beheimatet in Hamburg. Ausgestattet mit einem mfx+ Decoder bietet sie den heute üblichen Märklin Standard.

Die Fahreigenschaften sind ausgewogen, diverse Lichteinstellungen sind möglich, ein Lokführer sitzt im Führerstand 1. Beim Betrachten des Innenlebens fiel mir auf, dass diese Lok nicht mehr für den echten Oberleitungsbetrieb vorbereitet ist. Auch wenn sicher nur relativ wenige Modellbahner noch einen echten OL Betrieb haben, ist das nach meiner Ansicht bei dem geforderten Preis nicht wirklich einzusehen. Es soll ja auch noch Modellbahner geben, die analog fahren und eine Ellok dann eben auch von oben mit Energie versorgen wollen. Nachrüstbar ist das immer für Menschen, die im Umgang mit Lötkolben und anderen Werkzeugen vertraut sind. Der Decoder versteht neben mfx auch die Formate MM und DCC.

Die vier zugehörigen Wagen, zwei Abteilwagen, ein Grossraumwagen und der Clubwagen sind in der für den Flügelzug korrekten Farbgebung und Beschriftung der Epoche IV. Auffällig ist der zusätzliche Streifen zwischen roter und beiger TEE Farbe. Der sog. Clubwagen ist mit einem weiteren Sounddecoder und Schleifer ausgerüstet, der natürlich auch die Beleuchtung des restlichen Zuges über stromführende Kupplungen versorgt. Schaltbare Zugschlusslichter finden wir ebenso an einem der Wagen. Zu den Sounds gehören u.a. Ansagen zur durchfahrenden Landschaft wie sie wohl damals hätten sein können oder gar waren. Für mich wirken die Durchsagen etwas künstlich, eine Atmosphäre wie man sie im Zug gehabt hätte kommt da nicht auf. Es fehlt das Geräusch des fahrenden Zuges. Der Sound der Lok ist ja an dieser Stelle nicht wahrnehmbar. Hier ist für die Toningenieure noch Luft nach oben. Alle Wagen gehören zu der Serie, die im Massstab 1:93 nachgebildet werden.

Abschliessend kann man sagen, dass es sich um eine gediegene Zugkomposition handelt, die es so regulär bei der große Bahn leider nicht mehr planmässig gibt.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.

Kommentare (1)

  1. Hallo Martin

    Ich finde den Flügelzug des TEE Rheingold mit seinen orangenen Zierstreifen sehr gelungen. Besonders die Personenwagen und natürlich der Clubwagen (mfx) gefallen mir sehr.

    Stimmt! Der schöne Zug ist mit seinen CHF 700.- nicht billig. Dank meinem Händler bin ich dennoch glimpflich davongekommen.

    Mit Gruss
    Peter

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