Die etwas andere Rheingold-Lok

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Es hätte auch ganz anders kommen können, als die Deutsche Bundesbahn ihren Prestigezügen neue Loks verpasste. Der moderne Rheingold erschien im Jahre 1962 und wurde in Ermangelung schneller Lokomotiven zunächst von modifizierten Loks der Baureihe E10 gezogen, kurzzeitig von Kasten E10, später dann von den Bügelfalten E10.12. Das Farbkonzept nahm noch Bezug auf den Vorkriegszug. Elegant, ja eigentlich zeitlos. Dennoch entschied sich die damalige DB dann, den Prestigezug zum TEE aufzuwerten. Deren Farbe war aber anders festgelegt. Die neue Farbe wurde rot/beige wie sie dann bis zur Einführung des zweiklassigen IC 79 Verkehrs für die hochwertigsten Züge im innerdeutschen und TEE Verkehr das Bild der Bahn bestimmte.

Was aber hätte sein können, zeigt eine Händlerinitiative mit einer eigens für sie von Roco produzierten Lok, nämlich der BR E03. Die Lok erschien in einer Vorserie von vier Lokomotiven zur IVA 1965 im bekannten TEE Farbschema. Sie hätte aber durchaus auch mit etwas Glück im Rheingoldlook erscheinen können. Hätte, könnte, wäre…..Sie tat es nicht und dennoch gibt es sie nun im Jahre 2014. Nicht nur im Modell als reine Phantasieproduktion. Das kann jeder. Nein diese Lok schuf man sich eben in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsmuseum Nürnberg auch als Vorbild.

Offiziell vorgestellt wurde sie am 1. April 2014. Sie wird in ihrem eleganten Outfit in Nürnberg für eine Zeit zu besichtigen sein. Soweit mir bekannt, kann oder darf sie zur Zeit nicht fahren.

Wer nun diese aussergewöhnliche Erscheinung auf den heimischen Gleisen erleben möchte, kann sie von Roco bei der sog. Wilden 13 erwerben. Es gibt sie für Zweischienenbetrieb und Märklin Mittellleiterbetrieb, Sound müsste man nachrüsten.

Das mir vorliegende Modell zeichnet sich durch saubere Farbgebung und Bedruckung aus. Es hat die bekannt guten Fahreigenschaften der Roco Lokomotiven. Ein schwerer Druckgussrahmen mit einem Gehäuse und Kunststoff. Lichtwechsel rot/weiß, stirnseitig auch einseitig abschaltbar. Am Rahmen, vielleicht für uns eher ungewöhnlich, der Namenszug des Zuges. Die Betriebsnummer ist E03 001, selbstverständlich mit KKK. Ein Beutel Zurüstteile kann vom Erwerber selbst angebracht werden. Die Lok durchfährt trotz ihrer Länge auch den Industriekreis 2210 des Märklin K Gleissystems.

Bleibt noch anzumerken, dass das Modell limitiert ist und sicherlich nicht kein zweites Mal aufgelegt wird. Wer Wert auf das Aussergewöhnliche legt, wird an dieser Lok seine Freude haben. Passende Wagen sollen ebenfalls noch erscheinen. Diese Lok ist Kult, so wie die Stereoanlage vor der wir sie sehen. Gutes Design ist eben nie von gestern.

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Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.