Eine Runde um den Gartenteich

Der Sommer liegt in den letzten Zügen, endlich ist es nicht mehr so heiß. Eine gute Gelegenheit, die Gartenbahn aufzubauen. Kommt mit, auf eine Runde um den Gartenteich!

Die Märklin Spur I kam 1969 wieder auf den Markt und dümpelte bis Ende der 70er Jahre recht freudlos durch die Kataloge. Erst mit der Baureihe 38 und den preussischen Abteilwagen kam 1979 Schwung in die Angelegenheit. Die BR 78 folgte wenige Jahre später und das Wagenprogramm wurde stetig erweitert. Das Angebot der letzten Jahrzehnte war sehr umfangreich, sogar Lifesteam gab es zwischendurch. Aber das ist eine andere Baustelle, ebenso wie das MAXI Programm, mit dem man versuchte eine neue Käuferschicht für die große Bahn zu erreichen.

Anfangs wurde die Spur I mit AC 16V betrieben, genau wie die H0-Bahn auch. Es kam mit der Digitalsteuerung für H0 auch eine spezielle Spur I-Digitalsteuerung. Sie hielt sich nicht lange. Ein eigenes System war wohl nicht gerade kostengünstig und so wurde eine Umrüstaktion angeboten, um zukünftig die Motorola-Geräte aus dem H0-Bereich zu verwenden. Wer an dieser Aktion teilnahm, durfte sich ein besonderes Dampflokmodell ordern. Das war eine BR 80 in der Ausführung der Ruhrkohle AG.

Hat man einiges an Gleismaterial, steht dem Aufbau einer Gleisanlage nichts mehr im Weg. Die Gleise lassen sich rasch zusammenstecken. Die Fahrspannungsversorgung sollte in Abständen von einigen Metern wiederholt werden, damit die Loks ausreichend Leistung bekommen. Man sollte sicherstellen, dass die Schienenverbinder stramm sitzen. Eine lose Verlegung auf Rasen ist nicht unbedingt praktisch, besser ist eine Terrasse oder die Verlegung auf Holzbohlen bzw. ein Gleisbett aus zurecht gesägten Platten.

Märklins Fahrzeuge sind nicht unbedingt als wetterfest gekennzeichnet. Einen Betrieb im Regen würde ich daher nicht empfehlen. Lediglich die Gleise sind wetterfest; aber da gibt es bei den Weichenantrieben Einschränkungen. Die erste Weichengeneration hat ungeschützte Antriebe. Die müssen zumindest abgedeckt und vor Spritzwasser geschützt werden.

Nach längerer Lagerzeit sollte vor der Inbetriebnahme geprüft werden, ob die Radsätze frei laufen. Ansonsten die Lager säubern und ölen.

Meine Fotos zeigen einen temporären Aufbau auf einer großen Terrasse. Die Streckenfortführung ins Gelände müsste man einmal angehen. Gesteuert wird mit der CS2. Aus Sicherheitsgründen sollte der 230V-Versorgungstrafo immer im Haus bleiben – zumindest wenn Regen droht.

Nun mag man meinen, dass so eine Großbahn kaum zu bezahlen sei. Sicher, die Modelle sind teuer. Allerdings wird man schon aufgrund der Größe und des Platzbedarfs kaum die Menge erwerben, die man in H0 kaufen würde. So gesehen ist der finanzielle Einsatz sicher ähnlich wie bei kleineren Spurweiten. Es wird eben eine Lok pro Jahr gekauft und nicht fünf bis zehn. Möglicherweise freut man sich über dieses eine Modell dann auch mehr als über die Masse in H0 oder N.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.