Gut gemacht: der VT 95.9 von Brekina

Brekinas VT 95.9 der frühen Bundesbahn ist schon etwas länger im Handel. Aber dennoch möchte ich ihn hier vorstellen. Dieser sehr eigenwillig gestaltete VT ist der Vorläufer der späteren Retter der Nebenbahn, also der VT 95 und VT 98.

Die Wikipedia schreibt dazu:

Von März bis August 1950 lieferte die Waggonfabrik Uerdingen die Prototypen VT 95 901 bis 911 und sechs gleichartige Beiwagen V140 701 bis 706 an die Deutsche Bundesbahn. Diese Fahrzeuge wiesen den damals höchstzulässigen Achsstand von 4,5 Metern auf, erst der im November 1950 in Dienst gestellte VT 95 912 (später: VT 95 9112) besaß – aufgrund einer Ausnahmegenehmigung – mit 6,0 Metern bereits den Achsstand der späteren Serienfahrzeuge. Die Frontgestaltung der Trieb- und Beiwagen mit der heruntergezogenen Dachkante wich von den Serienfahrzeugen ab. Trieb- und Beiwagen waren durch Trichterkupplungen miteinander verbunden, später wurde die vereinfachte Scharfenbergkupplung der Serienwagen nachgerüstet. Die Fahrzeuge 901 bis 910 hatten, diagonal versetzt, jeweils nur eine Tür auf jeder Wagenseite, was sich schnell als unzureichend herausstellte. Nur die Triebwagen VT 95 909 und 910, die anfangs als CPw bezeichnet wurden, hatten ein Gepäckabteil. Der verwendete Sechszylinder-Dieselmotor der Bauart U9 von Büssing leistete 110 PS.

Soweit zum Vorbild. Das sehr detailliert nachempfundene Modell besticht für ein zweiachsiges Fahrzeug durch hervorragende Fahreigenschaften. Die Bedruckung ist konturenscharf. Ab Werk besitzen die Modelle für den AC Betrieb einen Decoder (von Uhlenbrock). Die DC Varianten dagegen nur eine 8polige Schnittstelle.

Der VT besitzt ein fahrtrichtungsabhängiges weiss/rotes Spitzensignal und eine über F1 schaltbare Innenbeleuchtung, der Beiwagen ist auch innen beleuchtet und hat vorbildgerecht nur rote Schlusslichter.

Die Fahreigenschaften sind ausgewogen. Naturgemäß ist der Auslauf gering, da der Wagen kaum Gewicht hat. Dieses Fahrzeug konnte beim Vorbild nicht von einem Bei- oder Steuerwagen bedient werden. An den Endpunkten der Strecke wurde also, sofern Beiwagen mitfuhren, umgesetzt. Ein mittig im Fahrzeug verbauter Motor treibt die beiden Achsen an, die aber keine Haftreifen besitzen. Für die Fahrt mit dem Beiwagen reicht die Adhäsion bis ca. 3,5% durchaus aus. Für Modelle der letzten Bauserie gibt es beiliegend vier Magnete, die vor die Räder eingesteckt werden können. Dann wären auch stärkere Steigungen befahrbar.

Leider besitzt der Zug keine Kupplungen die es ermöglichen, im Modell den Beiwagen ferngesteuert zu entkuppeln. Das hängt laut Aussagen von Brekina mit der absolut massstabsgetreuen Nachbildung der Frontpartien zusammen.

Geliefert werden Triebwagen und Beiwagen in einer Klarsichtverpackung. Die Fahrzeuge selbst sind geschützt im Blister, beiliegend die diversen Nachbildungen von Kupplungen. Dem Testmodell lagen Hakenkupplungen bei, so dass man einen Güterwagen durchaus einmal statt des Beiwagens anhängen könnte.

Zusammenfassend kann man Brekina attestieren, hier ein relativ exotisches Modell für die Epoche III sehr detailliert auf die Räder gestellt zu haben. Gut gemacht.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.

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