KISS FC V2: schneller, sensitiver, anschlussfreudiger

Es gibt neue Konkurrenz auf dem Markt der Flugsteuerungen von Race-Coptern: Die Firma Flyduino präsentierte die Version 2 des weit verbreiteten Kiss Flight Controllers. Mit an Bord ist ein neuer Prozessor, der mehr Filterung und weitere Ports erlaubt.

In einer Welt, die von den Softwares Betaflight und Raceflight beherrscht wird, kam Kiss‘ Flight Controller immer kürzer: Immerhin war der inzwischen zwei Jahre alte Controller nur mit einem F3-Prozessor ausgerüstet, während Konkurrenzprodukte aus dem aktuellen Jahr schon deutlich fixer unterwegs sind. Die Refresh-Rate liegt beim alten Kiss-Modell bei 2.000 Hertz, während Betaflight-Boards mit dem F4-Prozessor 8 oder sogar 32 Kilohertz schaffen. Features wie dynamische Filter ließen sich wegen fehlender Rechenkraft langsam, aber sicher nicht mehr umsetzen. Eine neue Version des Flight Controllers wurde also zeitnah nötig – und hier ist sie.

Die größte Neuerung der Kiss FC V2 liegt mit Sicherheit beim neuen Prozessor: Der F7 taktet auf 216 Megahertz (F3: 72 MHz) und kann deswegen mehr Berechnungen in der gleichen Zeit durchführen. Nur wenige Betaflight-Boards nutzen einen F7, unter anderem, weil die Rechenleistung derzeit noch nicht benötigt wird. Zwar kommt bei der Kiss FC v2 der gleiche Bewegungssensor wie bei Version eins zum Einsatz. Statt einer I2C-Anbindung, die einen maximalen Takt von 2 Kilohertz  bietet (MPU6050), ist dieser aber nun über SPI mit 8 Kilohertz angebunden (MPU6000). Für die Fans von OSDs, SD-Loggern, LEDs oder weiteren Addons gibt es insgesamt 5 Serial-Ports. Beim Design bleibt sich der Hersteller treu und setzt auf den gleichen Formfaktor wie der Vorgänger.

Flyduino verzichtet bei der Kiss FC V2 unter anderem auf ein Onboard-OSD, obwohl dieses bei einem FC dieser Preisklasse durchaus angebracht wäre. Auch ein kleiner Speicher für Vibrationslogging fehlt – schade eigentlich.

Proprietäre Software

Wie gehabt setzt Kiss wieder auf den eigenen Code. Im Gegensatz zum Open Source-Ansatz von Controller-Software wie Betaflight gibt es keine Möglichkeit, das Programm als Community mit anzupassen. Zwar ist der Code von Kiss zweifellos gut und wurde mit der Zeit sehr verbessert. Im Gegensatz zu offenen Codes dauert es aber ein wenig, bis neue Features eingearbeitet werden. Viele Nutzer schwören nichtsdestotrotz auf den „locked“-Flugstil, den das Flugprogramm von Kiss ermöglicht. Die Konfigurationssoftware der Kiss FC unterstützt inzwischen neben Windows auch MacOS und Android.

Der neue Flight-Controller kostet 65,90 Euro und ist beim deutschen Hersteller Flyduino erhältlich. Derzeit kann es zu längeren Lieferengpässen kommen.

Über den Autor

Mika Baumeister

Mika ist ein Copter-Pilot und 3D-Druck-Enthusiast aus Bonn, wo er nebenbei Technikjournalismus studiert. Neue technische Themen schrecken ihn nicht ab: Kein Wunder, dass auch Virtual sowie Augmented Reality zu seinen Steckenpferdern gehört. Er half bereits bei der Konzeptionierung des ersten INTERCOPTER Racing Cup. Für den Messeblog der INTERMODELLBAU schreibt er über aktuelle Entwicklungen in Sachen Multicopter, 3D-Druck sowie Battlebots.

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