Kleine Dinge selbst reparieren

Es kann ja vorkommen, dass man durch Unachtsamkeit bei elektrischen Triebfahrzeug den Pantographen, also den Dachstromabnehmer zerstört. Und wenn dieser dann auch noch angetrieben ist und nicht mehr lieferbar sein sollte, ist guter Rat teuer. Deshalb hier die Demonstration, dass man das auch selbst erledigen kann, wenn etwas Fingerspitzengefühl und Ideen da sind. Dargestellt am Insidermodell 39570 von Märklin.

Man nehme ein Stück Schrumpfschlauch und stecke dort zur Stabilisierung des Stromabnehmerarmes einen festen Draht als Schiene ein (z.B. den Rest von einem Widerstandsdraht), eben wie beim Armbruch beim Menschen. Dann den oberen abgebrochenen Teil des Pantos in den Schrumpfschlauch einführen. Wenn es gerade sitzt, erwärmen und schon ist der Panto einigermassen stabilisiert.

Nun folgt der schwierigere Teil der Arbeit. Man kann mit dem Rest des Nylonfadens leider keine Verbindung zum Arm herstellen. Also besorgen wir uns Bindfaden und verknüpfen ihn im Inneren des Aufbaus mit dem Nylonfaden. Den Bindfaden führen wir bei abgenommenem Panto durch die entsprechenden Kanäle des Aufbaus, so dass er mit einem guten Stück (Empfehlung ca. 10cm) aus dem Dach hängt. Panto vorsichtig anschrauben, den Faden nicht einklemmen. Danach den Lokaufbau wieder auf das Fahrgestell setzen und verschrauben. Den Piezo-Antrieb des Pantos auf Aufbügeln stellen. Nun den Bindfaden genau über dem Austrittsloch am Arm mit einem Doppelknoten festschnüren. Der Faden darf bei aufgebügeltem Zustand nicht durchhängen, also er sollte unter Zug stehen.

Man kann nun einen Funktionstest machen und sehen, ob der Panto auch wirklich einwandfrei rauf und runter fährt. Tut er dies, den zu langen Teil des Fadens abschneiden. Anschliessend die Reparaturstelle mit Farbe versehen und trocknen lassen. Also den Schrumpfschlauch kaschieren. Den Faden habe ich mit einem Edding schwarz angemalt.

Ein weiterer Funktionstest und zur Zufriedenheit festgestellt, dass es keinerlei Unterschied zur ursprünglichen Funktion gibt. Ok, der Arm sieht nicht ganz so schlank aus wie ab Werk, aber immerhin ist er wieder funktionstüchtig.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.