Märklins neuer Roter Brummer

Es lag sicher in der Luft, dass irgendwann nach Erscheinen des VT 98 auch der Vorgänger des zweimotorigen Brummers kommen würde. Der VT 95 ist nun im Handel und ich habe ihn natürlich auch besitzen wollen. Was unterscheidet ihn vom Vorgänger? Genau wie das Urmodell vor mehr als 50 Jahren gibt es ihn momentan nur mit Beiwagen zu kaufen. Und da hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Gleichteile sind da eher zum im Jahre 2005 gelieferten und seitdem in unterschiedlichen Bedruckungen erschienenen VT 98 (39980). Aber keine Angst die Gehäuseaufbauten sind nicht nur anders bedruckt.

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Die Aufbauten der Motorwagen sind zwar gleich in den Abmessungen, so dass Märklin ein vorhandenes Fahrgestell nur modifizieren brauchte. Fenster, Lüfter Nieten etc. sind vollkommen neu. Da passt alles zum VT95 so wie es sein sollte. Die Inneneinrichtung ist baugleich, ebenso der Sound. Die feinen Unterschiede zwischen ein- und zweimotorig werden nicht berücksichtigt. Schade. Ebenso schade ist, dass das Fahrwerk zwar bezogen auf die Auspuffanlage neu graviert wurde, leider wurde nicht berücksichtigt, dass der VT 95 einen kürzen Unterbau hat. Man mag das als Erbsenzählerei werten, aber die Fahrwerke sind nun einmal verschieden. Da man aber selten aus der Froschperspektive auf die Anlage sieht, ist das zu verschmerzen.

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Antriebstechnisch hat sich etwas verändert. Trotz 39xxx Katalognummer werkelt in dem Gespann kein SDS mehr. Die Fahreigenschaften sind ausgeglichen. Bei Notstopp ein Auslauf wie man ihn vom VT 98 kennt. Das ist so in Ordnung. Die Beleuchtung mit LEDs in weiß, nur warmweiß ist das niemals, eher kalt.

Der mitgelieferte Beiwagen ist dem Vorbild entsprechend kürzer, aber ebenso aus Metall gefertigt. Die Schlussbeleuchtung automatisch immer an der richtigen Seite eingeschaltet. Hatte der Vorgänger 4018 noch eine nur zum Schienenbus passende Kupplung, die man auch an Entkupplungsgleisen lösen konnte, sucht man so etwas leider beim modernen Nachfolger vergebens. Eine starre el. Kupplung (einpolig) ist im typischen Modellbahn Kopfbahnhof nicht mal eben so gelöst. Da kann man(n) an langen Winterabenden mal nach einer Lösung suchen. RTS Kupplungen sind nicht möglich, weil a) zu lang und b) zu tief. Und für den Winter oder verregnete Sommer könnte man sich auch die Inneneinrichtung vornehmen. Auch ein Lokführer hinter die schöne Front platziert macht sich sicher gut.

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Bei den Sounds finden wir neben dem Motor das typischen Pfeifen des Vorbilds, der Schaffner ist auch dabei. Es fehlt ab Werk die für Nebenbahnen wichtige Glocke. Aber nicht verzweifeln. Soundslot 4 mit einer CS aktivieren und schon ist auch die Glocke für unbeschrankte BÜs da. Das gilt in ähnlicher Weise übrigens auch für den VT98.

Zusammenfassend beurteilt: Viel Sonne bei etwas Schatten. Es gibt bzw. gab aus Nürnberg auch einen VT 95. Aber auch bei dem musste man Kompromisse machen. Sicherlich wird die jetzige Variante nicht allein bleiben. Weitere Modelle ohne Oberlichter und mit 3. Spitzenlicht und in anderen Epochen oder Privatbahnen werden sicher bald folgen. Man braucht sich ja nur ansehen in welchen Varianten der 3016 kam. Und damit das Umrangieren entfallen kann, sollte Märklin dann eine vierteilige Serie aus VT-VB-VB-VT auflegen.

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Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.