Neue E41-Mädchen für alles in ZETT

Die Baureihe E41 bzw ab 1968 BR141 war in der Tat eine Lok der Einheitselloks, die für viele Zuggattungen zu gebrauchen war. Wegen ihres lauten Schaltwerks wurde sie auch Knallfrosch genannt. Als leichtere Variante ihrer Schwestern E10, E40 und E50 erschien sie ab 1956 auf den damals elektrifizierten Strecken der noch jungen DB. Eingesetzt wurde die Universalmaschine vor allem im Personenzugdienst und leichten Schnellzugdienst. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120km/h war sie für damalige Verhältnisse ausreichend schnell und sie wurde zunächst im dezenten Blau der stärkeren Schwester E10 ausgeliefert. Die sollte sich aber bald nach der Indienststellung ändern. Mit Auslieferung der Seriennummer 072 kamen die Loks in grünem Farbkleid auf die Gleise. Für lange Zeit fuhren blaue und grüne, später dann auch oceanblau/beige Loks nebeneinander her. Weitere Farben veränderten das Erscheinungsbild bis zur Ausmusterung im Jahre 2006.

Ein Modell der E41 gab es bereits sehr füh aus der Göppinger Lokschmiede. Robust und einfach in der Detaillierung war es die erste moderne Nachkriegsellokbaureihe die Märklin Anfang der 60ziger Jahre lieferte. Die Loks wurden im Laufe der langen Produktion immer wieder überarbeitet und vor etwas mehr als 10 Jahren durch eine zeitgemäße Neukonstruktion ersetzt.

Und heute? Heute erreichte mich die erste Lok dieser Baureihe im Massstab 1 :220 vom 1zu220-shop. Als MHI Modell 88353 mit der Baureihennummer E41012 wird diese Lok der Epoche III der Start zu sicherlich allen nur denkbaren Ausführungen werden.

Das Modell besteht aus einem zweiteiligen längs geteilten Chassis aus Metall. Die Beleuchtung ist mit LED ausgerüstet und wechselt zwischen rot/weiß je nach Fahrtrichtung. Freistehende rote Dachleitungen, sogar bis an die Pantos geführt, und eine saubere Bedruckung kennzeichnen den filigranen Aufbau, der aus Kunststoff besteht. Die Griffstangen an den Türen sind freistehend, ebenso die Griffleiste unter den Frontfenstern. Die Pantographen sind bekannte Bauteile wie man sie auch von den anderen Elloks kennt. Sie könnten etwas flacher im Ruhezustand aufliegen. Eine echte OL Funktion ist nicht mehr gegeben.

Im Chassis untergebraucht ist nunmehr, wie bei vielen Neukonstruktionen, ein Glockenankermotor. Der Motor verleiht dem Modell angenehme Fahreigenschaften, leise und sehr gleichmäßig, kein Schnarren wie bei den alten Motoren. Haftreifen gibt es leider bei Märklin noch immer nicht ab Werk für die Loks, auch keinen Digitaldecoder, obwohl schon viele Zetties inzwischen digital fahren. Man wird sehen, welchen Decoder man dort einbauen könnte oder ob es von VELMO eine Tauschplatine geben wird.

Bleibt noch eine Frage offen. Warum hat die Lok ein längsgeteiltes Fahrwerk? So etwas gab es bei der von AZL zugekauften US Diesellok E9A Lok. Sollte diese Lok also auch eine AZL Lok sein oder nur ein AZL Chassis haben? Ein Zwitter? Schade, dass man selbst als Insider zu solchen Details keine Information bekommt. Es ist ja kein Verbrechen mit anderen zusammen zu arbeiten.

Und, was kostet sie? 199,99 Euro sagt die UVP des Herstellers.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.

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