Pikos Hondekop

Die Holländer nennen diesen aus den späten 60ziger Jahren stammenden Triebwagen „Hondekop“, also Hundekopf oder auch Apenkop. Man braucht auch nicht allzu große Phantasie, um die Front dieses in zahlreichen Exemplaren beschafften Triebwagen, so zu bezeichnen.

Zum Vorbild liest man im Internet:
Mat 54 sind Elektrotriebzüge, die von der Niederländischen Eisenbahn (NS) ab den späten 50ziger Jahren in großer Zahl eingesetzt worden sind. Zwischen 1956 und 1962 wurden insgesamt 73 vierteilige und 68 zweiteilige Triebwagen geliefert. Der Triebwagen Materieel 54 wurde für die schnelle Zugverbindungen entwickelt. Eine gute Beschleunigung war weniger wichtig als der Komfort. Die Züge sind gut aufgebaut, was zu einem relativ hohen Gewicht führte pro Sitzplatz. Bis heute sind es die schwersten Triebzüge, die in einer europäischen Eisenbahn gedient haben.

Die Fahrzeuge besitzen die 1. und 2. Wagenklasse. Im Laufe ihres langjährigen Einsatzes haben sie viele Farbspielereien miterlebt. Auch international waren sie im Einsatz nach Belgien unterwegs, da sie mehrsystemfähig waren. Sowohl die Societe National de Chemin de Fer (SNCB) wie die Nederlandse Spoorwegen (NS) fahren beide mit Gleichstrom, in Belgien allerdings mit 3000V.

Das Piko Modell erschien vor einigen Jahren als sogenanntes Einsteigermodell und ist auch heute noch preislich für deutlich unter 200 Euro zu erhalten. Dafür erhält man ein zweiteiliges Modell mit vorbildgerechter gelb/rot wechselnder Stirnbeleuchtung, einer Inneneinrichtung, die man durchaus farblich nacharbeiten sollte. Die Abmessungen sind massstäblich in der Länge, die Pantographen nur entfernt dem Vorbild nachempfunden. Ebenso sind die Dachleitungen nur angespritzt. Man kann dies aber durchaus als Vorteil ansehen, da das Fahrzeug so auch ohne Gefahr dem lieben Nachwuchs in die Hände gegeben werden kann. Abbrechen wird nichts. Ein Motor mit wirkungsvoller Schwungmasse treibt den Triebwagen an. Die Fahreigenschaften sind sehr ausgewogen und das Fahrgeräusch erinnert auch ohne Soundbaustein an einen elektrischen Triebwagen. Verbaut ist ein Uhlenbrock Decoder. Zwei Haftreifen unterstützen den Betrieb am Berg, den das Vorbild wohl nie sah. Die Drehgestelle geben einige Details wider, man darf bei dem Preis aber nicht erwarten, dass auch das letzte Detail erscheint. Eine Innenbeleuchtung ist ab Werk nicht montiert. Sie muss vom Erwerber nachgerüstet werden. Das Öffnen des Zuges ist etwas umständlich und erfordert Geschick beim Zusammenbau. Die beiden Einheiten des Zuges sind trotz der mehrpoligen Kupplung leicht zu kuppeln und fahren in der getesteten Ausführung tadellos über Märklin C und K Gleis. Die großen alten M-Gleis Weichenlaternen passiert der Zug natürlich nicht.

Mein Urteil zu dem Zug: Eine gelungene und preislich attraktive Nachbildung eines typischen Triebwagens unserer westlichen Nachbarn. Da stellt sich nur die Frage, für welche der zahlreichen Varianten man sich dann entscheidet. Vom schlichten Grün bis zum knalligen Gelb ist bei Piko alles zu haben, sowohl in DC als auch AC Digital.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.

Kommentare (6)

  1. Ingo Kefenhörster-Steinfurt 3. April 2018 @ 11:34

    Hallo Martin,
    ich muss dich ein bißchen berichtigen. Die NMBS/SNCB Benelux Fahrzeuge waren Mehrfachspannungsfähig, da die NMBS 3000 V Gleichstrom einspeist.

  2. Martin Meese 3. April 2018 @ 11:49

    Stimmt- falsch recherchiert bzw. nicht aufgepasst. Danke.

  3. Lukas de Vries 3. April 2018 @ 16:54

    Sorry, your information is incorrect. The PIKO EMU is based on Mat ’54, your information is about Mat ’64, a totally different concept.
    From Wikipedia:
    „Mat ’54: NS Mat ’54 „Hondekop“ (Dognose) series was extremely solidly constructed, resulting in a heavy weight. The running characteristics are very good, the trains sticks to the rails as if it is made of concrete. Calculating weight per seat (888 kg), Mat ’54 is the heaviest of its kind ever built in Europe. From the beginning, much attention was paid to the workplace of the driver. The series were built by Allan of Rotterdam between 1956 and 1958. Two versions existed, consisting of two, or four coaches. To modernise the Benelux-service (Amsterdam–Brussels) and the finishing of the electrification between Roosendaal and Essen, 12 EMU were built that these EMU run in multiple unit with existing EMUs. The EMU can run under 1500 V DC and 3000 V DC. In cooperation with the NMBS the following was decided: mechanically of the same construction as the NS Mat ’54 and the electrical installation would be a Belgian one. On the ABk is the 1500 V DC pantograph, on the BDk the 3000 V DC one.“

  4. Martin Meese 3. April 2018 @ 18:56

    Lieber Lukas,

    ich danke für die Korrektur und Richtigstellung. Es muss wohl auch lauten “späte 50ziger Jahre“.

  5. Martin, du schreibst „Zum Vorbild liest man bei Wikipedia:
    Mat ′64 oder Materieel ′64“, das ist aber einen ganz andere Zug! Von Piko ist eine mat ’54 »Hondekop« (keine Apenkop, das ist nur mat ’64).

  6. Danke für die Hinweise, wir haben das korrigiert.

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