Reginas Leidenschaft für Schiffe

Der Modellbau ist fest in Männerhand. Eigentlich. Doch ab und an gibt es auch Frauen, die der Leidenschaft des Modellbaus verfallen sind. Wie Regina Duerkop. Der 63-Jährigen haben es Schiffsmodelle angetan. Einige ihrer Arbeiten stellt sie auf der INTERMODELLBAU aus.

„Ich habe schon immer gern gebastelt, egal mit welchen Materialien“, sagt die Frau aus Lünen. Die frühere Buchhändlerin arbeitet seit Ende 2016 nicht mehr. „Irgendwann war mir langweilig und immer nur lesen wollte ich auch nicht mehr“, sagt sie. Darum fingen sie und ihr Mann Lothar an, sich mit dem Thema Modellbau zu beschäftigten. „Eigentlich wollten wir Flugzeuge bauen. Irgend jemand sagte uns, wir sollten uns vorher aber mal mit der Steuerung vertraut machen, am Besten mit einem Flugsimulator“, berichtet sie. Allerdings waren die Versuche des Ehepaars nicht von Erfolg gekrönt. „Wir sind wohl etwa 100 Mal abgestürzt und haben dann die Lust verloren“, lacht sie.

Von da an konzentrierte sich Regina Duerkop auf Schiffe. „Wir waren in einem Modellbaufachgeschäft in Bochum und haben uns die Diva von aeronaut gekauft. Das ist ein Schiff für Anfänger, das schnell gebaut ist. Das machte von Anfang an richtig viel Spaß und die Erfolge konnte man schnell sehen“, sagt sie. Auch die nötige Elektronik baute sie in die Diva ein. Im März 2017 ließ sie das Modell zu Wasser. „Ein großer Moment, es hätte ja auch schief gehen können“, lächelt sie. Aber das Modell schwamm und schwimmt noch heute.

Mittlerweile ist Regina auch in einem Verein engagiert: „Ich bin vergangenes Jahr in den SMC Waltrop e.V. eingetreten. Das hilft, gerade als Anfänger“, erzählt sie. Die Vereinskollegen helfen auch bei der Auswahl der richtigen Schiffe und geben Tipps zum Bau: „Ich hab noch die Wulf 6 gebaut, einen Schlepper. Der steht in der Garage. Außerdem gibt‘s die Hafenbarkasse Felix Felix und das Polizeischiff WSP 47. Ich kaufe immer Bausätze und liebe es, sie zusammenzusetzen.“ Das erste Schiff, sagt sie, war auch das Teuerste. Sie hätte nie gedacht, was alles noch nötig sei, um solch ein Schiff zu bauen. „Fernsteuerung, Servos und anderes Zubehör gingen richtig ins Geld“, so die Modellbauerin, die auch das Löten gelernt hat. „Muss man ja können, wenn alles perfekt sein soll“, lacht sie.

In der eigentlichen Männerdomäne fühlt sie sich wohl. „Alle sind sehr nett. Bei Vereinstreffen oder auf Messen amüsieren sich manche Männer ein bisschen, aber damit komme ich klar. Der Modellbau beruhigt und entspannt sie. Auf ihren Mann ist die Leidenschaft nicht übergesprungen – er fährt zwar die Schiffe, baut sie aber nicht. Und wenn, dann nur Ready-to-run-Schiffe, an denen nur noch wenige Handgriffe erledigt werden müssen.


Regina Duerkop und ihre Schiffe findet Ihr auf der INTERMODELLBAU in Halle 5 am Stand 5.E18 beim SMC Waltrop e.V. Regina findet Ihr auch bei Facebook.

Über den Autor

Daniel Große (Blog INTERMODELLBAU)

Daniel Große ist Journalist und Blogger. Im Auftrag der Messe Westfalenhallen Dortmund betreut er dieses Blog, schreibt Aussteller-News, führt Interviews und sammelt auf der Messe Live-Eindrücke in Text, Foto und Video.

Kommentare (1)

  1. Warum nicht? Warum sollten diesen Hobby keine Frauen bekleiden?
    Ich finde es gut. Sehr gut.

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