Vom Pott in den Thüringer Wald

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Duewag steht für Düsseldorfer Waggonfabrik und Waggonfabrik Uerdingen, die lange zusammen Straßenbahn Gelenktriebwagen bauten. Und Duewag-Modelle gab es einst von Lima nach Vorbildern diverser westlicher Verkehrsunternehmen. Heute werden sie unter dem Namen Rivarossi von Hornby etwas überarbeitet wieder angeboten. Der hier von mir exemplarisch vorgestellte Sechsachser Gelenktriebwagen GT6 fuhr bis zu seinem Verkauf bei der BOGESTRA. Nun steht er im Dienst der Thüringerwaldbahn, die sowohl den Stadtverkehr in Gotha als auch die Verbindung zwischen Gotha und dem 21 Kilometer entfernten bekannten Ausflugs- und Erholungsort Tabarz bedient.

Das Modell kommt in der typischen roten mit Schaumstoff ausgelegten Rivarossi Verpackung mit der Bestell Nummer HR2375 zum Preis von etwa 130 Euro. Konturenscharf bedruckt ist das Modell mit der Betriebsnummer 579 in den Farben gelb und blau gehalten. Alle wesentlichen Details dieses Straßenbahnzuges weist das Modell auf. So finden wir an den Türen die Druckschalter für die Fahrgäste. Ziel der als Linie 1 bezeichneten Bahn ist der Hauptbahnhof. So allgemein gehalten kann der farbenfrohe TW579 auch auf jeder belieben Anlage fahren. Es muss nicht unbedingt Thüringen sein. Ebenso ist die Verglasung über jeden Zweifel erhaben. Der gesamte Wagen macht einen stimmigen Eindruck und braucht den Vergleich mit dem Vorbild nicht zu scheuen. Lediglich die Frontlampen sind geringfügig abweichend vom Vorbild TW. Ein Zugeständnis, dass der Liebhaber von diesen Zügen machen muss, würde sich doch jede spezifische Formänderung für den Hersteller kaum rechnen.

Auf die Schienen gesetzt bewegt sich dieser Straßenbahnzug leise surrend über die Gleise. Ab Werk ohne Decoder, aber mit 8poliger Schnittstelle. Somit steht einer raschen Digitalisierung nichts im Wege. Er befährt strassenbahntypische enge Radien von 25 Zentimetern.

Es gibt eine Inneneinrichtung, die auf Fahrerfigur und Passagiere wartet. Ebenso könnte das Dach eine Patinierung vertragen. Beigelegt ist eine Explosionszeichnung, die das Öffnen des Zuges beschreibt und einige wesentliche Ersatzteile aufführt.

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Straßenbahn und Modellbahn können sich ideal ergänzen. Man braucht, gerade bei diesem Vorbild, keine Großstadtatmosphäre um ihn glaubwürdig einzusetzen. Das Vorbild fährt durch eine liebliche Mittelgebirgslandschaft, die viele Modellbahner nachbauen. Warum nicht irgendwo am Rande dazu eine Überlandbahn, die die Bahnreisenden als Zubringer zur richtigen Eisenbahn benutzen. Als automatisierte Pendelstrecke sicher ein Eyecatcher, den nicht jeder hat.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.

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