Weg mit dem Schnee!

Wenn man das Besondere sucht, landet man oft bei Herstellern oder Distributoren, die nicht im allgemeinen Fokus des Modellbahners liegen. So kam ich bei der Suche nach einer Roco Beilhack Schneeschleuder der NSB auf NMJ, einem sehr rührigen Unternehmen aus Oslo, das sich auf nordische Modelle spezialisiert hat. NMJ ist seit langem Aussteller auf der INTERMODELLBAU in Dortmund, so auch in diesem Jahr in Halle 4, Stand 4.F10. Wer sich für nordische Fahrzeuge interessiert, sollte dem schönen Stand im April einen Besuch abstatten. Roco und NMJ arbeiten bisweilen zusammen.

Aber nun zur Schneefräse: Für den Einsatz in schneereichen Gegenden besitzen alle Bahnen Fahrzeuge, die den winterlichen Zugbetrieb ermöglichen. Schneepflüge gibt es in unterschiedlichsten Formen. Sie entstanden oft aus Altfahrzeugen wie Dampfloktender oder wurden eigens für ihren Einsatz entworfen. Es gibt selbstfahrende Fahrzeuge, zu denen auch diese hier nun vorgestellte Modell zählt. Beim Vorbild ist es ein Fahrzeug, das selbst auf eingleisigen Strecken ohne Drehscheibe und Weiche wenden kann. Diese Schneefräse kann also durchaus vom Einsatzort einen Streckenteil vom Schnee befreien und ohne besondere Wendemöglichkeit in Gegenrichtung zurückfahren- mit der Fräse und dem Führerstand voraus!

Auf einem vierachsigen Fahrgestell ist der gesamte für die Räum- und Bedieneinrichtung notwendige Ausstattung drehbar. Vorn angebracht sind Fräsen, unter dem Fahrzeug befindet sich ein kleines Räumschild. Der Schnee wird seitlich ausgeworfen und entlang der Strecke verteilt, eben dort, wo er nicht mehr stört.

Und was kann das Modell? Nun, der Konstrukteur hat fast alle relevanten Funktionen des Vorbild umgesetzt, soweit das technisch machbar war. Das Modell kann fahren wie eine Lok. Der gesamte Aufbau ist drehbar, zwei der vier Messer sind angetrieben, die Beleuchtung ist dem Vorbild entsprechend mit Fernscheinwerfern und Treppenbeleuchtung ausgestattet. Sogar das Anheben und Absenken des Fräsenvorbaus ist fernsteuerbar! Dazu kommt der passende Sound. So ist besonders das Drehen des Aufbaus auch mit der entsprechenden Geräuschkulisse versehen. Man hört, wie das entsprechend Getriebe eingeschaltet wird und sich dann der Aufbau um 180 Grad langsam dreht. Gleichzeitig wird die Fahrtrichtung geändert und die Beleuchtung umgeschaltet. Fahrtechnisch verhält sich das auf nur einer Achse mit zwei Haftreifen angetrieben Modell wie eine Lok aus dem Roco Programm. Die Bedruckung ist dem Vorbild entsprechend und sauber ausgeführt. Der Klang des verbauten ZIMO Decoders überzeugt auch beim Fahrgeräusch.

Wer digitale Funktionsmodelle mag, wird an der Fräse nicht vorbeikommen. Ein so aufwendig konstruiertes Modell hat natürlich seinen Preis. Eine UVP von fast 500 Euro ist hoch, aber sicher jeden Cent wert. Das Modell der Beilhack-Schneefräse hat Roco aber auch in anderen Varianten als der NSB im Programm. So gibt es Versionen in der SBB, CN und weiteren Bahngesellschaften.

Über den Autor

Martin Meese

Martin Meese ist Jahrgang 1956 und ist seit frühester Jugend von Modellbahn und ihrem großen Vorbild begeistert. Heute ist er vor allem mit Märklin verbunden. Gern berät er in allen Digitalfragen und hilft bei Umbauten. Er gehört einem Stammtisch von 30 bis 35 Enthusiasten an, die sich regelmäßig über die Märklin-Bahnen austauschen. Für uns bloggt er seine persönliche Sicht auf neue Produkte und aktuelle Trends im Bereich der Modelleisenbahn.